Leuchtende Erinnerungen

Die Klasse 3 der Schule am Heidenstein machte am Montag, 13.12.2021, einen Ausflug ins Spielhaus Nollingen, um Kerzen zu ziehen. Der Besuch außerschulischer Lernorte findet im Rahmen der Zertifizierung der Grundschule als Naturparkschule statt.

Auf dem Spielplatz beim Nollinger Spielhaus in Rheinfelden tobt sich die Hälfte der Klasse 3 der Grundschule Am Heidenstein auf den Spielgeräten aus. Ihre Klassenkameraden bekommen derweil eine Unterweisung in das Kerzenziehen von Barbara Plötz und Regina Dietrich, den zwei Ehrenamtlichen vom Spielhaus-Team. Das Vorwissen der Kinder wird abgefragt. „Was ist in der Mitte einer Kerze“, fragt Plötz und sofort strecken mehrere Kinder ihre Finger in die Höhe. „Die Schnur“, sagt ein Junge auf Aufforderung von Plötz. Sie nickt: „Die nennen wir Docht. Was ist um den Docht herum?“ Wieder strecken die Grundschüler. „Wachs“, sagt ein Mädchen. Plötz nickt wieder und erklärt den Kindern, wie das Kerzenziehen ablaufen soll. Auch da bringen einige Kids schon ihre Erfahrungen mit ein. „Das ist ganz toll, wie die Ehrenamtlichen auf die Schüler eingehen“, lobt Klassenlehrerin Alexandra Rütschlin.

Morgens um 10 Uhr sind die Schwörstädter Schüler mit ihrer Klassenlehrerin und drei begleitenden Müttern in Nollingen angekommen. „Ganz wichtig ist das Gemeinschaftserlebnis“, sagt Rütschlin. Grundsätzlich stärken Ausflüge das Gemeinschaftsgefühl einer Klasse. Um das noch zu verstärken, haben die Eltern auch Kakao und Punsch für die Schüler gestiftet. Da es am Kerzenziehtisch mit den acht Behältern voller flüssigen Wachses zu eng für die 21 Schüler ist, wurde die Klasse in zwei Gruppen geteilt. Über das gute Wetter ist Rütschlin erfreut, so kann immer eine Gruppe auf dem Spielplatz spielen. Andernfalls wären die Kinder mit Malarbeiten beschäftigt worden.

Der Besuch außerschulischer Lernorte findet im Rahmen der Zertifizierung der Grundschule als Naturparkschule statt. Im Schuljahr 2020/21 hat die Schule den Prozess der Zertifizierung als Naturparkschule begonnen, der dies Schuljahr fortgesetzt wird. In der Naturparkschule steht Bildung für eine nachhaltige Entwicklung an zentraler Stelle. Das Kerzenziehen ist nur eine von vielen Aktionen, die außerhalb der Schule durchgeführt werden. In der Klasse wurde mit dem Thema zuvor schon angefangen und in der Kerzenwerkstatt wird das Vorwissen der Kinder abgefragt, zudem findet auch eine Nachbearbeitung im Unterricht statt. „Das wird im Sachunterricht eingeordnet“, sagt Rütschlin. Nach dem Ausflug werden die verschiedenen Aggregatszustände von Wachs besprochen. Die Schüler lernen, wann Wachs flüssig ist, wann es fest ist und wie es abbrennt. Für die Kinder sind aber die selbstgemachten, bunten Kerzen die schönste Erfahrung dabei.

„Zuerst haben wir den Docht gekriegt“, sagt die achtjährige Alina. „Der muss nach einander in das verschiedenfarbige Wachs rein.“ Ihre achtjährige Klassenkameradin Kate ergänzt: „Nach jeder Farbe muss der Docht wieder ins kalte Wasser, damit es abkühlt. Dann trocknet man ab und tunkt es wieder ins Wachs“ Alina erklärt, dass das Wachs um den Docht Schicht um Schicht immer dicker wird, bis schließlich die Kerze fertig ist. Die Ehrenamtlichen vom Spielhaus helfen den Kids dann die Kerze unten abzuschneiden, damit sie stehen kann. „Ich hebe sie als Andenken auf. Wenn ich sie brennen lasse, ist sie ja weg“, sagt Kate und Alina meint: „Ich nehme sie wahrscheinlich mit in mein Zimmer und lass sie auf der Fensterbank in der Adventszeit abbrennen.“