Geschichtlicher Hintergrund

Geschichte Schwörstadt

Die alten Flurnamen legen nah, dass schon vor der alemannischen Besiedlung im 6. Jahrhundert hier Kelten und Römer lebten. Auch der Name der Gemeinde deutet darauf hin. 1246 findet die erste urkundliche Erwähnung als „Swercstat“ statt. Eine Wortzusammensetzung aus „stat“, was Ort, Stätte, aber auch Handelsplatz bedeutet, und „swer“, was am Wasser gelegen bedeutet. Die Bezeichnung dürfte schon zuvor als Flurname Verwendung gefunden haben und könnte auf eine ältere Besiedlung hinweisen. Der Heidenstein im Mittelpunkt Schwörstadts bezeugt sogar eine Besiedlung bis in die Steinzeit, da er wie der Hünenstein in Niederdossenbach den Eingang in ein Megalithgrab aus der jüngeren Steinzeit kennzeichnete.
 
Über die Geschichte der drei Dörfer Ober-, Niederschwörstadt und Niederdossenbach im Mittelalter ist wenig bekannt, nach wechselnden Herrschaften wurden die Geschicke der drei Orte maßgeblich durch das Adelsgeschlecht der Herren von Schönau bestimmt, die ab Mitte des 14. Jahrhunderts zunehmend die politische Herrschaft in den drei Orten übernahmen und ab dem 17. Jahrhundert praktisch alleine ausübten. Das aus dem Elsass stammende Adelsgeschlecht mit Sitz im Südschwarzwald nahm im habsburgischen Reich wichtige Ämter ein. Während im Laufe der Zeit andere Linien des Adelsgeschlechts ausstarben, hat sich die Linie derer von Schönau-Schwörstadt bis heute erhalten. 1445 wurde die Burg am Rhein geplündert und niedergebrannt. Die wiederaufgebaute Burg stand bis 1797, bis sie ebenfalls niederbrannte. Im Jahr 1834 wurde das heutige Schloss errichtet.
 
In Niederschwörstadt ist für das 13. Jahrhundert eine Zollstation, für 1402 eine Mühle und für 1472 eine Herberge nachgewiesen, die sogar bis ins 20 Jahrhundert bestand. Niederdossenbach kam schon im Laufe des Mittelalters in Beziehung zu den beiden Orten am Rhein, da es 1363 unter Herrschaft derer von Schönau kam, allerdings nur als Nebengemeinde von Oberschwörstadt. 1925 erfolgte der Zusammenschluss der Teilgemeinden Niederdossenbach und Oberschwörstadt erst zur zusammengesetzten Gemeinde Oberschwörstadt, was 1928 in einfache Gemeinde Oberschwörstadt umgewandelt wurde. Am 1. Oktober 1929 wurden Niederschwörstadt und Oberschwörstadt zur Gemeinde Schwörstadt vereinigt, und zugleich erfolgte auch die Vereinigung mit der abgesonderten Gemarkung Hollwangen. 1971 erfolgte der freiwillige Zusammenschluss mit Dossenbach. Seit der Auflösung des Landkreises Säckingen 1973 gehört Schwörstadt zum Landkreis Lörrach.
 

Geschichte Dossenbach

Dossenbach entwickelte sich als frühalemannisches Haufendorf mit geschlossenem Siedlungscharakter im Gegensatz zu Schwarzwald- und Hotzenwalddörfern mit offenem Streucharakter, vermutlich zunächst als Siedlungsgemeinschaft von Ober- und Niederdossenbach. Der Name „Tossinbach“ wird urkundlich 1230 zum ersten Mal erwähnt, wobei es sich um den damaligen Ortsadel handelte. Im 14. Jahrhundert erfolgte die Trennung der Lehen Ober- und Niederdossenbach. Niederdossenbach ging an das Adelsgeschlecht von Schönau. Die Grenze zwischen Vorderösterreich und Baden verlief fortan zwischen den beiden Orten. Dossenbach stand in der Folge unter wechselnden weltlichen und geistlichen Herrschaften, darunter die Markgrafen von Baden und die Markgrafen von Hachberg-Sausenberg. Wie in ganz Baden wurde in Dossenbach 1556 die Reformation durchgeführt, die an der habsburgischen Grenze ihr Ende fand. Am 27. April 1848 wurde Dossenbach dann Schauplatz des Gefechts zwischen der von Georg Herwegh angeführten Freischar. 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde im Zuge der Kreisreform nach Schwörstadt eingemeindet.

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